Installation über das Netzwerk Eine der interessanteren Komponenten ist network-console (Netzwerk-Konsole). Sie erlaubt es, einen großen Teil der Installation über das Netzwerk via SSH zu erledigen. Die Nutzung des Netzwerks bedeutet, dass Sie die ersten Schritte der Installation auf der Konsole durchführen müssen, zumindest bis zu dem Punkt, wo das Netzwerk eingerichtet wird (obwohl Sie auch diesen Teil automatisieren können; lesen Sie dazu ). Die Komponente network-console wird nicht standardmäßig in das Installer-Hauptmenü geladen, Sie müssen sie also explizit aufrufen. Wenn Sie von CD installieren, booten Sie mit Priorität medium oder aber Sie rufen das Installer-Hauptmenü auf und starten Installer-Komponenten von CD laden; aus der angezeigten Liste zusätzlicher Komponenten wählen Sie network-console: Continue installation remotely using SSH aus. Wenn Sie einen neuen Menüeintrag namens Installation über Fernzugriff (SSH) fortsetzen im Hauptmenü sehen, wurde die Komponente erfolgreich geladen. Bei Installationen auf &arch-title;-Hardware ist dies die Standardmethode nach der Einrichtung des Netzwerks. Nachdem Sie diesen neuen Eintrag gewählt haben, werden SieSie werden nach einem neuen Passwort gefragt, das für die Verbindung zum Installationssystem verwendet wird. Anschließend müssen Sie das Passwort noch einmal bestätigen. Das war's. Sie sollten jetzt einen Bildschirm sehen, der Sie anweist, sich per Fernzugriff als Nutzer installer anzumelden (mit dem Passwort, das Sie gerade festgelegt haben). Ein weiteres wichtiges Detail, dass Sie hier beachten sollten, ist der Fingerabdruck des Systems. Sie müssen den Fingerabdruck auf sicherem Wege zu der Person übertragen, die die Installation per Fernzugriff fortsetzt. Sollten Sie sich entscheiden, die Installation lokal fortzuführen, können Sie &enterkey; drücken; dies bringt Sie zurück zum Hauptmenü, wo Sie einen anderen Installationsschritt auswählen können. Lassen Sie uns jetzt auf die andere Seite der Leitung wechseln. Als Grundvoraussetzung müssen Sie Ihr Terminal auf UTF8-Zeichenkodierung konfigurieren, weil das Installationssystem diese nutzt. Falls Sie dies nicht tun, ist eine Installation per Fernzugriff zwar trotzdem möglich, Sie werden aber möglicherweise befremdende Artefakte in der Anzeige feststellen, wie nicht vorhandene Ränder an Dialogfenstern oder unlesbare nicht-ASCII-Zeichen. Eine Verbindung zum Installationssystem aufzubauen ist einfach. Geben Sie ein: $ ssh -l installer install_host Dabei ist install_host entweder der Name oder die IP-Adresse des Rechners, auf dem &debian-gnu; installiert werden soll. Vor der eigentlichen Anmeldung wird der Fingerabdruck des fernen Systems angezeigt und Sie müssen ihn vergleichen und bestätigen, dass er korrekt ist. Der ssh-Server im Installer nutzt eine Standardkonfiguration, bei der keine keep-alive-Pakete gesendet werden. Prinzipiell sollte die Verbindung zu dem zu installierenden System unbegrenzt offen gehalten werden. Allerdings könnte es – abhängig von Ihrer Netzwerkkonfiguration vor Ort – passieren, dass nach einiger Zeit der Inaktivität die Verbindung verloren geht. Ein üblicher Fall, in dem dies vorkommen könnte, ist, wenn eine Form von NAT (Network Address Translation) irgendwo zwischen dem Client und dem zu installierenden System existiert. Abhängig davon, an welchem Punkt der Installation die Verbindung abgebrochen ist, ist es möglich oder auch nicht möglich, die Installation fortsetzen, nachdem die Verbindung wieder aufgebaut wurde. Sie können vielleicht vermeiden, dass die Verbindung abbricht, indem Sie die Option -o ServerAliveInterval=Wert hinzufügen, wenn Sie die ssh-Verbindung aufbauen, oder indem Sie diese Option zu Ihrer ssh-Konfigurationsdatei hinzufügen. Beachten Sie aber, dass gerade das Hinzufügen dieser Option einen Verbindungsabbruch verursachen kann (z.B. wenn keep-alive-Pakete während eines kurzen Netzwerkausfalls gesendet werden, von dem ssh sonst nichts mitbekommen hätte), deshalb sollte sie nur wenn nötig genutzt werden. Wenn Sie mehrere Computer hintereinander installieren und diese haben die gleiche IP-Adresse oder den gleichen Hostnamen, wird ssh sich weigern, sich mit einem solchen Host zu verbinden. Der Grund hierfür ist, dass diese Rechner unterschiedliche Fingerabdrücke haben, was üblicherweise ein Zeichen für eine Spoofing-Attacke ist. Wenn Sie sicher sind, dass dies nicht der Fall ist, müssen Sie die entsprechende Zeile aus ~/.ssh/known_hosts entfernen Der folgende Befehl entfernt einen vorhandenen Eintrag für einen Rechner: ssh-keygen -R <Rechnername|IP–Adresse>. und können es dann noch einmal probieren. Nach der Anmeldung wird Ihnen ein Startbildschirm präsentiert und Sie haben zwei Möglichkeiten: Menü öffnen und Shell starten. Die erste bringt Sie zum Installer-Hauptmenü und Sie können die Installation wie gewohnt fortsetzen. Die zweite Möglichkeit startet eine Shell, über die Sie das ferne System untersuchen und möglicherweise reparieren können, falls es Probleme gibt. Für das Installer-Menü sollten Sie nur eine einzige SSH-Sitzung öffnen, Sie können jedoch mehrere weitere Sitzungen mit Shell-Eingabeaufforderungen starten. Sobald Sie die Installation per Fernzugriff über SSH gestartet haben, sollten Sie nicht zur Installation auf der lokalen Konsole zurück wechseln. Dies könnte die Datenbank beschädigen, die die Konfiguration des neuen Systems verwaltet. Und das wiederum kann zu einer fehlgeschlagenen Installation oder zu Problemen mit dem installierten System führen.